Das Produktezentrum Beeren hat folgende Aufgaben:
Anlässe, Erfahrungsaustausch etc. 2026 PZ Beeren
20.04.2026 19.00 Uhr Erfahrungsaustausch I PZ Beeren bei Urs Tellenbach, Pieterlen (Details folgen)
24.+25.11.2026 Beerenseminar Schweizer Obstverband (Details folgen)
weitere Anlässe finden Sie unter dem Kursprogramm
Neuheiten, Aktualitäten und aktuelle Verlinkungen auf die wichtigsten Dokumente zum Pflanzenschutz Beeren 2026 finden Sie hier:
Sowohl national wie regional wird auf einen mehrheitlich erfolgreichen Verlauf der Beerenernte 2025 zurückgeschaut. In Verbindung mit hohen Importmengen wird allerdings der Preisdruck am Handel hoch bleiben.
Weniger Anbau-Flächen
Aus der GELAN Agrardaten Erhebung wurde im Frühjahr ersichtlich, dass die Region mit 5.8 % weniger Erdbeer- und 8.7 % weniger Himbeeren-, resp. 5.4 % weniger Heidelbeerfläche in die Kampagne 2025 startet. Die Witterungsbedingungen des letzten Winters und Frühjahrs liessen die Kulturen aber gut über wintern und sie starteten unter guten Vorzeichen ins Beerenjahr 2025. Bedeutende Schäden durch Spätfröste blieben mehrheitlich aus. In der Folge gestaltete sich die Erntestaffelung der Anbaugebiete und Anbauformen (geschützter und Freiland-Anbau) sehr gut.
Günstiger Ernteverlauf, vorbei an Feiertagen
Überdies gestaltete sich der Ernte verlauf weitgehend reibungslos über die Feiertage «Auffahrt», «Pfingsten» und «Fronleichnam». Die Selbstpflückbetriebe öffneten früh ihre Felder, diese wurden regelmässig sauber ausgepflückt und hielten den Witterungsbedingungen bis zum Schluss Stand.
Hohe Erntemengen exakte Ernteschätzung
National und regional kann von einem guten Beerenjahr berichtet werden. Bei den Erdbeeren wurde mit einer Erntemenge von 1’335 Tonnen (davon 109 t Bio Erdbeeren) die Ernteschätzung der Region leicht übertroffen. Bei den Strauchbeeren schnitten die Himbeeren mit 237 Tonnen (davon 30 t Bio-Himbeeren) und Heidelbeeren mit 74 Tonnen (davon 15 t Bio-Heidelbeeren) unter den Erwartungen ab. Die geschätzten Erntemengen konnten weitgehend realisiert werden.
Gutes Marktergebnis, am Handel, wie in der Direktvermarktung
Insgesamt wurden sowohl bei der Vermarktung über den Handel als auch über die Direktvermarktung / Selbstpflücke gute Ergebnisse erzielt. Der Markt für Erdbeeren war mehrheitlich sauber, der gewichtete, erzielte Richtzielpreis konnte in den letzten Jahren auf einem guten Niveau gehalten und sogar leicht gesteigert werden. Im Wissen darum, dass vom Richtzielpreis noch Abzüge für Beteiligungen der Produktion an regionalen Absatzförderungsmass nahmen getätigt werden. Bis Ende November wurden über 18’000 Tonnen Erdbeeren importiert. Bei Himbeeren gab es über die Sommermonate zwischenzeitlich ein Überangebot. Es konnte nicht alle Ware vermarktet werden. Bei den Heidelbeeren in der Region Bern, Solothurn, Fribourg sorgte der massive Druck durch die Kirschessigfliege ab Ende Juli für bedeutende Verluste an Erntemenge. National wurde mit 834 Tonnen Heidelbeeren die bisher höchste Erntemenge erzielt. Im Verhältnis zu den Importmengen von gegen 13’000 Tonnen fällt die Inlandproduktion dennoch bescheiden aus. (Quelle: Importmengen: swiss reports).
Konstant hoher Anteil Direktvermarktung / Selbstpflücke
Aufgrund der Erhebungen bei den Referenz-Betrieben wird für die Region ein Anteil Direktvermarktung / Selbstpflücke von 45.1 % bei Suisse-Garantie-Betrieben, resp. 55.8 % bei Bio-Beerenbetrieben erfasst. Der Anteil für die Region beträgt Erntemengen- gewichtet 46.1 Prozent, was bei einer gesamten Erntemenge von 1’724 Tonnen knapp 800 Tonnen direktvermarkteter Beeren ausmacht.
Am 16. August fand in Güttingen der Beerenhöck statt. Produzenten, Berater und Forschende kamen, um den spannenden Vorträgen zu lauschen und sich untereinander auszutauschen.
Erdbeeren – Sorten Scouting
Beim Posten des Beeren-Sorten Scoutings stellt Agroscope die Er gebnisse der Versuche vor, die sie mit verschiedenen Sorten sowohl im Tunnel als auch im Freiland durchgeführt haben. Aus den Versuchen ergibt sich, dass sich nicht alle Sorten gleichermassen gut für den Anbau im Tunnel und im Freiland eignen. Die Pflückleistung und die Erntemengen sind dabei wichtige Vergleichsparameter.
Düngerversuche
Der Vergleich zwischen herkömmlicher Düngung (betriebsspezifscher Düngung), der Hälfte der betriebsspezifischen Düngung und kolloidaler Pflanzenernährung (Bioteksa) deutet darauf hin, dass die Hälfte der betriebsspezifischen Düngung ausreichen würde, um gute Erträge zu erzielen. Die Ernte und somit auch die Versuche sind zum Zeitpunkt des Höcks noch in vollem Gange und somit kann noch kein abschliessendes Fazit gezogen werden. Kolloidale Pflanzenernährung bedeutet, dass die Nährstoffe nicht in einer Salzlösung, sondern in sehr feinen Partikeln, den sogenannten Kolloiden, den Pflanzen zugeführt werden. Diese Kolloide helfen den Pflanzenwurzeln, die Nährstoffe besser aufzunehmen, und machen die Düngung dadurch effizienter.
Beerendegustation
Zum Abschluss des Höcks konnten die Teilnehmenden viele verschiedene Himbeersorten und einige remontierende Erdbeersorten degustieren. Es bestand die Möglichkeit, die Sorten zu bewerten. Einige Sorten waren sehr süss, andere eher säuerlich. Zudem konnte auch die Textur der einzelnen Beeren im Gaumen gut wahrgenommen werden.
Seit 50 Jahren werden auf dem Betrieb Gerber in Langnau Erdbeeren angebaut. Zur Feier dieses Jubiläums hat Familie Gerber zum Erdbeerfest eingeladen. Am 27. und 28. Juni feierten jeweils mehrere hundert Personen bei besten Witterungsbedingungen. Am 28. Juni wurde zudem ein Wettbewerb «Erdbeeren-Schnell-Essen» organisiert. 24 Teilnehmende durften während einer Minute so viele Erdbeeren essen, wie sie mochten. Eine Jury überwachte den regulären Verlauf des Wettbewerbes. Mit 510g Erdbeeren in einer Minute lag der «schnellste Erdbeer-Esser» deutlich über dem bisherigen Weltrekord von 313g in einer Minute.
Wir wünschen dem Betrieb Gerber in Zukunft viel Erfolg und gutes Gelingen und danken für die Initiative der Organisation des Erdbeerfestes.
Um die 40 Erdbeer-Produzierende trafen sich am 28. April im Beerenland in Walperswil zum Erfahrungsaustausch. Der Betrieb bot einen umfassenden Einblick in die zahlreichen Facetten der Erdbeerproduktion- und Vermarktung. Auch das Wetter trug seinen Teil zum gelungenen Anlass bei.
Ein ausgeklügelter und feinabgestimmter Produktionsbetrieb
Auf dem Betrieb von Barbara Schwab-Züger in Walperswil (Beerenland AG) besteht die Möglichkeit auf nur einem Betrieb in sämtliche Erdbeeranbauformen, vom extensiven Freiland bis hin zur gedeckten Substratproduktion auf Stellage, Einblick zu erhalten. Engagiert führte die Betriebsleiterin durch ihren Betrieb und gab Einblick in ihre Überlegungen zur Gestaltung der Erntestaffelung, Vermarktung und Sortenwahl. Durch die komplexe Anbauplanung und ausgeklügelte Infrastruktur und Kühllogistik, kann der Betrieb sowohl den Grosshandel beliefern wie auch in zahlreichen eigenen «Erdbeerhüsli» die Produkte direkt vermarkten. Zu Spitzenzeiten kann der Betrieb bis zu 110 Leute beschäftigen.
Innovativer Beerenbau
Innovation wird im Beerenland ebenfalls grossgeschrieben. Der Betrieb ist in zahlreiche Versuche miteingebunden. So betreibt die Beerenland AG zum Beispiel eine Agri-Photovoltaikanlage über Himbeeren und Erdbeeren, bietet Versuchsfläche für Nützlingsversuche im Erdbeertunnel oder ist Teil von Sortenscoutings. Weiter wird auf dem Betrieb auf eine effiziente Wassernutzung gesetzt, das Regenwasser unter dem Folientunnel gesammelt und das Wasser der Fertigation wird rezykliert. Nicht zuletzt beinhaltet die Betriebsstrategie wichtige Massnahmen zur Vermeidung von Food Waste, wie etwa die Teilnahme am Erntenetzwerk der OGG Bern.
Nützlinge im Erdbeeranbau
Für einen weiteren Input an diesem Erfahrungsaustausch sorgte Marlies Bandi von Andermatt Biocontrol. Sie lieferte während der Betriebsbesichtigung laufend Informationen zu möglichen Nützlingseinsätzen und Schaderregern in der Erdbeerproduktion. Sie bereitete ebenfalls einen Schadbild-Parcours vor, in welchem die Anwesenden mit der Lupe einzelne Schadbilder eruieren konnten, und etwas über mögliche Bekämpfungsmassnahmen erfuhren.
Das INFORAMA informiert
Auch seitens des INFORAMAS wurde informiert. Für die Meldung der Erntemengen an den Markt ist die Fachstelle auf die Einschätzung der Produzierenden angewiesen. Die aktuellen Prognosen wurden vorgestellt und mit den Anwesenden diskutiert. Es scheint, als würden sich die Erntemengen zeitlich leicht verfrühen. Weiter informierte die Fachstelle Obst und Beeren über die laufenden Versuche bei den Erdbeeren. So werden momentan Sorten-, Nützlings-, Botrytis- und Anbauversuche u.a. durch die Fachstelle betreut.
Erste frisch gepflückte Erdbeeren
Wie immer am Erfahrungsaustausch hatte auch der gesellige Teil Platz. Die Teilnehmenden durften zu Sandwich und Getränken bereits erste frisch gepflückte Erdbeeren probieren. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Barbara Schwab-Züger für die spannenden Einblicke und das Gastrecht!