Das Produktezentrum Beeren hat folgende Aufgaben:
Anlässe, Erfahrungsaustausch etc. 2026 PZ Beeren
25.06.2026 16.00 Uhr Erfahrungsaustausch Biobeerenanbau 2026 vom FIBL, Frick
bei Tobias und Lena Schmid, Spitzrüti 354, 9245 Oberbüren
Details, Programm und Anmeldung
24.+25.11.2026 Beerenseminar Schweizer Obstverband (Details folgen)
weitere Anlässe finden Sie unter dem Kursprogramm
Mitte April fand der diesjährige Ostschweizer Bio Beerenflurgang statt. Speziell war die Besichtigung zweier Betriebe auf der anderen Seite des Bodensees. Es war sehr interessant deren Unterschiede zu erfahren und welche Philosophien und Ansichten die beiden Betriebsleiter verfolgen.
Nach der gemeinsamen Anfahrt auf die andere Seite des Boden-sees begrüsste Daniel Sailer vom Demeter-Biohof Sailer die Teilnehmenden auf seinem Hof. Er informierte über die Geschichte des Betriebs und dessen Wachs-
tum in den letzten 20 Jahren. Trotz der Grösse kommt der Hof mit 25 Erntehelfern aus. Dies ist vor allem der Staffelung der Kulturen zu verdanken. Die Ernte beginnt mit Erdbeeren, geht mit Kirschen und Zwetschgen weiter
und endet mit Äpfeln. Die Erdbeeren werden sowohl im Tunnel als auch im Freiland auf Einzeldämmen mit Mulchfolie an-gebaut und zu einem grossen Teil direkt vermarktet. Da es sich um einen Demeter-Betrieb handelt, kann die Unkrautbekämpfung nur mechanisch erfolgen. Dafür testet der Betrieb derzeit ein neues Hackgerät, das mithilfe von Tasträdern die Spur hält. Nach einem gemeinsamen Mittag-essen in einem lokalen Landgasthaus wurde der Bio-Obsthof Glocker mit seiner Produktion von Industrie-Johannisbeeren besichtigt. Besonders interessant waren die mechanische Erntemaschine sowie die Art der Jungpflanzenvermehrung und -pflanzung. Dafür werden unbewurzelte Stecklinge direkt am endgültigen Standort in den Boden gesetzt und mit einem handgeführten Hackgerät von Unkraut freigehalten. Bei der Wahl der Erntemaschine entschied sich der Betrieb für ein Modell, das die Pflanzen nicht teilt, sondern sie von beiden Seiten her rüttelt. Dadurch wird verhin-dert, dass Unkräuter wie Kletten-labkraut die Ernte behindern. Zur Düngung der Kulturen wird vor allem Transfermulch eingesetzt, der auf zu steilen Flächen angebaut wird. Die Saatmischung ist dabei so gewählt, dass Gräser und Klee sämtliche Wurzeltiefen durch-wurzeln. Das Pflanzenmaterial wird anschliessend geschnitten und unter die Obstbäume gemulcht. Ergänzend dazu wird Kompost zugekauft.
In den letzten Jahren haben die Anbauflächen von Beeren in der Region Bern-Solothurn-Fribourg abgenommen. Seit 2021 beträgt der Rückgang bei den Erdbeeren knapp zwanzig Prozent. Bei den Strauchbeeren ist der Rückgang mit 15.9 % etwas geringer. Die nationale Erdbeerfläche ist stabil, mit einer gleichzeitigen Verschiebung von extensiven Freilandkulturen zu intensiven Tunnel- und Substratkulturen. Der Anteil witterungsgeschützter Kulturen nimmt zu. Bei den Strauchbeeren der Region wirken sich die Flächenveränderungen bei Himbeeren und Heidelbeeren am stärksten aus. Die Himbeeranbaufläche hat in den letzten fünf Jahren von 30 auf knapp 24 Hektaren abgenommen. Bei den Heidelbeeren hat sich die Fläche wieder etwas stabilisiert. Nach den gewichtigen Abgängen der letzten Jahre sind wieder einige neue Flächen hinzugekommen. Allerdings zeigt die Entwicklung der Erntemengen in der Region, dass die Flächenentwicklung nur unbedeutenden Einfluss auf die Produktivität der Beerenkulturen hat. Die Verschiebung des Anbaus hin zu intensiveren Produktions-Methoden kompensiert die Flächenverluste weitgehend. Witterungs-Einflüsse und die Qualität der Kulturführung scheinen bedeutenderen Einfluss auszuüben.
Auf der Basis der Flächen-Erhebungen berechneten Ernteschätzung für die Region Bern-Solothurn-Fribourg für 2026 kann von einer Produktionsmenge von rund 1800 Tonnen ausgegangen werden, wovon etwa 10 % Bio-Beeren
sein werden.
Erdbeeren: 1300 t SGA + 100 t
Bio Himbeeren: 230 t SGA + 34 t
Bio Heidelbeeren: 65 t SGA + 38 t
Bio Brombeeren: 26 t SGA + 9 t
Bio Johannisbeeren: 35 t SGA + 5 t Bio
Bis zum Erntebeginn wird die Entwicklung der Kulturen in enger Absprache mit der Produktion aufmerksam beobachtet, um im Bedarfsfall Korrekturen an den geschätzten Erntemengen vorzunehmen. Die Betriebsstrukturen der regionalen Beerenproduktion verändern sich über die Jahre kaum. Auf den Betrieben, die Beerenproduktion betreiben werden durchschnittlich auf 55a (SGA), respektive 27a Beeren angebaut. 9 % der Betriebe bewirtschaften mehr als 100a Beeren, insgesamt 68 % der gesamten Beerenfläche. 20 % der Betriebe bauen auf 25 –100a Beeren an, insgesamt 23 % der gesamten Fläche und 71 % der Betriebe produzieren Beeren auf bis zu 25a, insgesamt 9 % der Gesamtfläche.
Die Anzahl der Betriebe, die Bio-Beerenproduktion melden, hat sich in den letzten sieben Jahren um mehr als ein Drittel erhöht und beträgt 2026 insgesamt 36 %. Der Flächenanteil dieser Betriebe macht 22 % der Gesamtfläche aus. Von der gesamthaft vermarkteten Mengen der Vorjahre entfällt ein Anteil von rund 10 % auf Bio-Beeren.